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Str. Academician Alexandru Borza

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ab 1891

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Öffentlicher Raum

Karte Bega/Rosengarten

Mit dem Vaporetto auf dem “Canale Grande” zum Rosengarten

Der ungarische Name von Temeswar (Temesvár) bedeutet in der deutschen Übersetzung wörtlich “Temesch-Burg”. Es verwundert jedoch, dass der Temesch-Fluss, nach dem die Stadt benannt ist, einige Kilometer weiter entfernt vorbei fließt. Dafür umrundet ein anderes Gewässer die ehemalige Festung, der Bega- Kanal.

 

Vor der Kanalisierung mäanderten beide Flüsse in wildem, ungeregeltem Lauf in einem ausgedehnten Sumpfgebiet um Temeswar. Unter der technischen Leitung von militärischen Fachleuten wurden die Nebenflüsse 1727-1733 unter der Herrschaft der Habsburger getrennt und die Bega kanalisiert. Die Trockenlegung der Sümpfe unter dem damaligen Gouverneur Graf Mercy erfolgte aus strategischen, wirtschaftlichen und nicht zuletzt sanitären Gründen. Der Bega-Kanal wurde schiffbar und zu einem wichtigen Transportweg.

 

Heute wird der Fluss, der gemächlich durch die Stadt fließt, für die Personenbeförderung genutzt. Im Jahr 2018 bekam der örtliche öffentliche Nahverkehrsbetrieb die Genehmigung, sieben Vaporettos als öffentliche Verkehrsmittel mit je 50 Sitzplätzen einzusetzen. Die Anlegestellen für die Schiffe erstrecken sich entlang des Kanals und bieten die Möglichkeit, auf dem Wasserweg in die historischen Stadtviertel Josefstadt, Elisabethstadt und Fabrikstadt zu gelangen. Temeswar ist somit die einzige rumänische Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Wasser.

 

Das Bega-Ufer ist eine grüne Oase mitten in der Stadt, mit Promenaden, Fahrradwegen und einladenden Terrassenlokalen. Rudern und Kajakfahren haben auf der Bega eine lange Tradition, im Sommer bieten Strandbäder eine willkommene Erfrischung.

 

Am Ufer der Bega liegen auch die schönsten Parks der Stadt. Der allerschönste davon ist der Rosengarten, den die Landschaftsarchitekten und Rosenzüchter Wilhelm Mühle und Wenzeslas Niemetz 1891 anlässlich der Ausstellung für Industrie und Landwirtschaft als königlichen Franz-Josephs-Park anlegten. Kein geringerer als Kaiser Franz-Joseph persönlich war bei der Eröffnung anwesend.

 

Wilhelm Mühle, der 2013 posthum zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde, und sein Sohn Árpád machten den nach französischen Vorbildern angelegten Park mit über 1400 Rosensorten zum bedeutendsten Rosarium in Südosteuropa. Ihrem Wirken ist es zu verdanken, dass Temeswar auch heute noch den Titel “Stadt der Rosen” verdient.

 

Mit einer Bühne für Sommertheater ist der Rosenpark darüber hinaus ein wichtiger Kulturstandort in der Stadt. Es gibt keinen geeigneteren Rahmen für eine sommerliche Aufführung als den romantischen Rosengarten am Ufer der Bega.