Die in Temeswar umgangssprachlich „Lloyd-Zeile“ genannte Straße ist heute ein Teil der
„Piata Victoriei“, des dritten großen Stadtplatzes von Temeswar. Entstanden nach dem
Abriss der Festungsanlage auf dem ehemaligen Glacis, erstreckt sie sich vom
Operngebäude bis zur rumänisch-orthodoxen Kathedrale. Die Straße ist beidseitig mit
prachtvollen Gebäuden der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts bebaut, in der Mitte gibt es
einen breiten Grünstreifen mit Blumenschmuck und Sträuchern.
Das erste beeindruckende Gebäude am Platz ist das Palais Weiss, das im Jahre 1912 von
László Székely und Anton Merbl für die Unternehmerfamilie Weiss im eklektizistischen Stil
mit Barock- und Jugendstilelementen der Wiener Secession gebaut wurde. Es befindet sich
neben der Oper und dem heutigen Hotel Timișoara.
Das für die Promenade, die von den Temeswarern auf deutsch "Lloyd-Zeile" genannt wird,
namensgebende Gebäude, an dem die Spaziergänger anschließend vorbeischlendern, ist
das Palais Lloyd. Es wurde im Jahr 1910–1912 im eklektizistischen Baustil errichtet. Im
ersten Stock befand sich der Sitz der „Lloyd’s of London“- Versicherung und eine
Handelsbörse für Agrarprodukte. Im Erdgeschoss war das Café Wien Treffpunkt
prominenter Persönlichkeiten.
Im Anschluss befindet sich in der Häuserzeile das Palais Neuhaus, das 1912 im
eklektizistischen Baustil mit Elementen des Barock und des Wiener Jugendstils vom
Architekten László Székely erbaut wurde.
Das folgende Palais Merbl wurde 1911 nach den Plänen des Architekten Arnold Merbl
ebenfalls im eklektizistischen Stil mit Elementen des Barock und des Wiener Secessionsstils
errichtet.
Daneben steht das Palais Dauerbach. Es wurde zwischen 1911 und 1913 nach den Plänen
László Székelys als Wohnhaus für Georg Dauerbach erbaut. Das eindrucksvolle Gebäude
hat eine hohe, dunkle Fassade mit Elementen des Barock und des Wiener Jugendstils mit
abgesetzten Keramikarbeiten und dominiert die Gebäudereihe.
Im Parterre befanden sich von Anfang an ein Café und ein Restaurant.
Das Restaurant „Palace“ im PalaisDauerbach war lange Zeit eines der schönsten und
elegantesten Restaurants der Stadt und besonders wegen seiner Live-Musik unter der
Jugend der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt.
Das Palais Hilt & Vogel wurde zwischen 1912 und 1913 nach Plänen von László Székely
erbaut. Dieser schuf auch die Pläne für das letzte imposante Gebäude in der Zeile, nämlich
das Palais Széchenyi, das zwischen 1910 und 1914 entstand.
Links der Oper Richtung Hunyadi-Kastell steht das Löffler-Palais, als Wohn-Geschäfts-und
Mietshaus für die Familie Löffler im eklektizistischen Stil erbaut.
Daran schließt als letztes Baudenkmal des Corso das Palais der Handelskammer an, das
nach einer langen Pause infolge des Ersten Weltkriegs erst 1933 gebaut wurde und damit
zum Spätwerk des ehemaligen Stadtarchitekten Székely gehörte.