Der Freiheitsplatz (Piața Libertății) oder früher Paradeplatz ist Teil einer Reihe von
miteinander verbundenen Plätzen der Temeswarer Inneren Stadt, die eine wichtige Achse
durch das historische Zentrum bilden.
Die Eroberung der Stadt durch die Habsburger markierte eine Zeitenwende in Temeswar. Im
Fokus stand fortan der Paradeplatz der militärisch geprägten Festungs- und Garnisonsstadt.
Vor der Entstehung des Domplatzes war hier der Mittelpunkt der Stadt, hier standen die
prächtigsten und bedeutendsten Gebäude Temeswars.
Auf den Grundmauern eines türkischen Bades entstand in den Jahren 1731-34 das alte
Rathaus. Das Gebäude, an dem sich noch eine Inschrift aus der Türkenzeit befindet, wurde
von dem italienischen Architekten Pietro del Bronzo unter Verwendung von Elementen des
Barock und der Renaissance erbaut und beherbergte den sogenannten deutschen
Magistrat. Nach der Machtübernahme der Habsburger ließen sich zunächst österreichische
Beamte, später auch Siedler in der Festung nieder.
In einer Verordnung aus dem Jahr 1718 wurde die Errichtung zweier Stadtmagistrate
genehmigt, eines deutschen für die katholische Bevölkerung und eines sogenannten
"raizischen" für die serbische und rumänische Bevölkerung. Auf dem Dachgiebel des
"deutschen" Rathauses ist auch heute noch das damalige Wappen zu sehen: Eine Burg, wie
die von Eugen von Savoyen eroberte Palisadenfestung mit Türmen.
Die Habsburger brachten mit dem katholischen Glauben auch ihre Heiligen mit.
So kam die Nepomuksäule auf den Platz, aufgestellt in Dankbarkeit an das Ende der
schlimmen Pestepidemie im Jahr 1739. Das aus Sandstein von Wiener Bildhauern 1753-
1756 geschaffene Denkmal des zu der Zeit sehr beliebten Heiligen, der seit 1727
Schutzpatron des Banats ist, wurde in Stücke zerlegt auf dem Wasserweg über Donau,
Theiss und Bega-Kanal nach Temeswar gebracht.
1Im Jahr 1852 musste die Nepomuksäule einem Siegesdenkmal über die Revolution von
1848/49 weichen, sie wurde an eine andere Stelle der Stadt versetzt. Der Platz, der damals
erstmals Freiheitsplatz genannt wurde, entwickelte sich zu einem urbanen Zentrum mit
Geschäfts-, Verlags- und Bankgebäuden.
Im Jahr 1969 kehrte das Nepomuk-Denkmal, im Zusammenhang mit dem Jubiläum der
Stadtgründung, wieder an seinen angestammten Platz zurück.
2013 wurden vom Denkmal aus konzentrische Kreise von roten Pflastersteinen verlegt, was
die Bewohner von Temeswar zu der Bemerkung veranlasste, die Stadt habe nun auch ihren
"roten Platz".
Heute ist der verkehrsberuhigte, weitgehend baumlose Platz ein optimaler Ort für
unterschiedliche Veranstaltungen und Events.