Nach der Niederschlagung der ungarischen Revolution von 1848, die gegen das
österreichische Kaisertum gerichtet war, hat die Regierung in Wien eine Umordnung
vorgenommen, Ungarn wurde in fünf Regierungsbezirke aufgeteilt. Dabei sollte Temeswar
nach der Eroberung 1716, als die Stadt das Zentrum der Krondomäne Banat war, zum
zweiten Mal in seiner Geschichte Landeshauptstadt werden. Temeswar wurde dabei zum
Verwaltungssitz der neu gegründeten Woiwodschaft Serbien und Temescher Banat. Das
repräsentative Verwaltungsgebäude wurde im monumentalen Stil der Neorenaissance nach
dem Vorbild des italienischen Palazzo Strozzi in Florenz gebaut und im Jahr 1860
fertiggestellt.
Entsprechend monumental wurde geplant. Der Palast ist das größte öffentliche Gebäude der
Stadt, hat drei Innenhöfe und sechs Tore, 273 Amtszimmer sowie 160 weitere Räume.
Kurz nach der Fertigstellung des neuen Regierungsgebäudes, erlitt die Habsburger
Monarchie eine Niederlage im italienischen Krieg. Ungarn gewann wieder mehr Einfluss und
aus innenpolitischen Erwägungen wurde das frühere Machtverhältnis wiederhergestellt. Die
angestrebte Nutzung für das Palais entfiel, es wurde stattdessen zum Justizpalast.
Im Wiener Amtsdeutsch hieß das Gebäude „Dikasterialpalast“. Die Bezeichnung geht auf die
klassische Antike zurück, „Dikasterien“ waren Volksgerichte im alten Griechenland.
Auch heute steht der Palazzo mit italienischem Flair im Zeichen der Justiz. Im
Dikasterialpalais sind der Gerichtshof für den Kreis Temesch und einige andere
Verwaltungsstellen und Anwaltskanzleien untergebracht.