Am Domplatz, Ecke Mercy-Gasse (str. Mercy), befindet sich eine weitere Jugendstil-Perle:
das Brück-Haus. Das Gebäude ist nach seinem Besitzer Salomon Brück benannt, der am
Platz eine Metzgerei betrieben hatte und 1910-11 von zwei der berühmtesten Architekten
der Stadt einen Neubau errichten ließ.
Nach einem Projekt von Lászlo Székely unter der Bauleitung von Arnold Merbl entstand ein
Gesamtkunstwerk mit lebendigen Farben, vielgestaltigen Formen, Blumenornamenten,
Holzbeschlägen und Keramikdekorationen im Jugendstil ungarischer Ausprägung. Die
Fassade zum Domplatz fällt durch die kräftigen Komplementärfarben rot und grün auf, durch
den üppigen Dekor aus Elementen der Volkskunst und des Kunsthandwerks sowie durch die
original erhaltene alte Apotheke.
Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Apotheker Sándor/Alexander Weiss die Apotheke
im Haus gekauft, die auch in das Erdgeschoss des neu entstandenen Jugendstil-Palais
eingezogen ist. Im farbigen Glasdekor im oberen Teil des Schaufensters findet man die
Bezeichnungen Pharmacie, Apotheke, Gyógyszertar in verschiedenen Sprachen in der
mehrsprachigen Tradition Temeswars.
In der Apotheke am Domplatz können auch heute noch die über hundert Jahre alten Möbel
aus Kirschholz bewundert werden, die aus der Zwischenkriegszeit erhalten sind und an die
Geschichte der Weiss-Apotheke erinnern.