Die serbisch-orthodoxe Kathedrale heißt eigentlich „Christi-Himmelfahrts-Kathedrale.“ Zu ihr
passt der Spruch: Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Denn obwohl sie mit ihrer
hinteren Seite zum Domplatz steht, ihr Haupteingang befindet sich in der Parallelstraße (str.
Ungureanu), hat ihre Ansicht vom Domplatz, zwischen dem serbisch-orthodoxen
Bischofspalais und dem Gemeindehaus, das gewisse Etwas. Eine schöne Rückseite kann
eben auch etzücken. Bis 1864 wurde die Kirche von allen orthodoxen Gläubigen genutzt,
danach nur von den serbisch-orthodoxen Einwohnern, während die rumänisch-orthodoxen
Christen ihre eigenen Kirchen bekamen.
Die ursprünglich an dieser Stelle stehende Kirche fiel um 1728 einem Brand zum Opfer.
Nach dem Schleifen eines türkischen Festungswalls konnte größer und prächtiger gebaut
werden. Die Türme des heutigen Gotteshauses, das Mitte des 18. Jahrhunderts im
Barockstil erbaut wurde, waren zunächst genau so niedrig wie die des katholischen Doms.
Die nachträglich hinzugefügten spitzen Türme bilden heute einen markanten Bestandteil der
Silhouette des Platzes.
Auf der linken Seite der Kirche steht das dazugehörige Bischöfliche Palais. Ursprünglich im
Barockstil erbaut, wurde die Fassade Anfang des 20. Jahrhunderts vom Stadtarchitekten
Lászlo Székely im neobyzantinischen Stil umgestaltet.
Die Feiertage des serbisch-orthodoxen Glaubens werden nach dem alten julianischen
Kalender gefeiert. Sie gipfeln in dem Brauch, zur Weihnachtsfeier am 6. Januar vor der
Kathedrale eine junge Eiche zu entzünden und den Boden der Kirche mit Stroh zu
bestreuen. In der "Skyline" des Domplatzes zeigt sich Temeswars traditionelle
Multikonfessionalität und religiöse Toleranz.