Als Prinz Eugen von Savoyen Temeswar im Jahr 1716 erobert hat, waren die türkischen
Festungsanlagen, zum Teil noch aus der Anjou-Zeit stammend, stark zerstört. In Wien
wurde beschlossen, die Festungsmauern von Grund auf nach dem System des
Festungsbauingenieurs Vauban neu anzulegen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1723 und
wurde erst 40 Jahre später beendet. Die Festungsanlage umfasste das Schloss und die
Innere Stadt mit drei Wällen, an neun Stellen gab es vorspringende Ecken, sogenannte
Bastionen, die eine Verteidigung der Wälle von der Seite sicherstellten.
Der Innere Wall bestand aus einer Aneinanderreihung von Gewölben, den äußeren
Abschluss bildete eine schräge, drei Meter hohe Mauer vor einem Wassergraben. Die
Gewölbe waren mit einer dicken Erdschicht bedeckt. Der zweite, etwas niedrigere Wall
bestand aus zwei mit gestampfter Erde gefüllten Mauern, davor lag ein weiterer
Wassergraben. Als Abschluss folgte der dritte, noch niedrigere Wall. Nach diesem folgte,
leicht abfallend zu den Vorstädten, ein unbebautes Gelände von 950 Metern, das
sogenannte Glacis.
Von den Bastionen ist allein die Theresienbastion teilweise erhalten. Ursprünglich wurde sie
als Verpflegungsmagazin genutzt, heute sind Ausstellungsräume, Läden und Gaststätten
darin untergebracht. Im Innenhof wurden moderne, teils unterirdische Neubauten
hinzugefügt.
Vor allem die Kinder werden den Start an der Theresienbastion mögen, denn dort steht eine
echte Kanone als Erinnerung an die Kämpfe um Temeswar. Sie zeigt in Richtung Altstadt
und gibt den Startschuss zur Tour.